Ich biete hier 2014 keine Auftragsshootings an, bin aber bei geeigneten Models bzw. Ideen gerne zu einer Zusammenarbeit auf TFP-Basis bereit. Es fließt kein Geld, beide Seiten dürfen die entstandenen Bilder für ihr Portfolio nutzen. Shootings sind im Raum, Koblenz/Bonn und gelegentlich Stuttgart möglich. Bei Interesse: Meldet euch! Ich heiße Marc und beiße nur donnerstags.

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d800

Gear Talk: Von D600 (D610) zu D800

Noch ein “D600 vs. D800”-Post? Da ich immer wieder danach gefragt werde, möchte ich mal meine eigenen Erfahrungen zum Besten geben.

Ich hatte die D600 etwa fünf Monate und habe etwa 10.000 Auslösungen damit gemacht. Wieso dann der Umstieg auf die D800?

“Staub?” werden jetzt einige denken, aber der war es tatsächlich nicht. Das berüchtigte Staubproblem hatte mich verschont, doch nach dem Release der neuen D610 ist der Wiederverkaufswert der D600 wohl endgültig im Keller gelandet. Ich habe den Absprung (zum Glück) schon früher geschafft.

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Nikon D600 und ein billiges Objektiv

Ich bin 2012 wegen der D600 von Canon auf Nikon umgestiegen und habe den Schritt nie bereut. Das Nikon-Bedienkonzept sagt mir sehr zu, ich fühle mich bei der Marke “zu Hause”. Dass man tatsächlich auch mit Canon vernünftige Bilder schießen kann, mag ich gar nicht in Abrede stellen.

Canon 550D und ein richtig billiges Objektiv

Canon 550D und ein richtig billiges Objektiv

Doch hier meine Eindrücke zum Umstieg von D600 auf D800 (Vielleicht sollte ich mal irgendwann was zum Umstieg von Canon auf Nikon schreiben… wenn ich mal viel Zeit dafür habe, aufgebrachte Canon-User zu besänftigen).

 

Haptik

Die D600 lag mir gut in der Hand und ist vernünftig ausbalanciert. Das in Foren so häufige Gejammer darüber, dass die D600 ja “nur” eine Consumer-Kamera sei, die überhaupt nicht mit der Verarbeitungsqualität der Profimodelle mithalten kann, halte ich für hinreißend übertrieben. Fast schon süß, wie sich da die Gemüter erhitzen. Die D600 war jedenfalls (logischerweise) ein erheblicher Aufstieg von meiner alten Canon 550D. Die D600 wirkt grundsolide, wenn sie auch nicht ganz so perfekt in die Hand passte wie etwa eine 5D MkIII. Sie besteht nicht vollständig aus einer Magnesiumlegierung, aber qualitativ hochwertiges Plastik fühlt sich eigentlich auch nicht “billig” an. Das ist eine Diskussion für Leute, die mit der Kamera durch den Himalaya trekken wollen oder eben eine Diskussion für die Leute im dslr-forum.

Die Haptik der D800 ist aber tatsächlich nochmal besser, was ich so nicht erwartet hatte. Dabei sind es eher Unterschiede in den Details. Jeder einzelne Button, jedes Einstellrad, jedes Bedienelement fühlt sich einfach… besser an. Besser gedämpft, bessere Druckpunkte. Es ist schwer zu beschreiben, aber eines der ersten Dinge, die mir auffielen.

 

Bildqualität

Der Sensor der D600 ist sensationell, keine Frage. Saubere Schatten (so ohne Rauschen und Banding) kannte ich als Canon-Nutzer ja gar nicht (Und ab in Deckung jetzt!). Die enorme Dynamik war eine Offenbarung (auch wenn ein guter Freund aus der roten Ecke die Dynamik der Gelben immer noch nicht recht glauben mag),  tolle Farben. Grundschärfe und -rauschen waren tatsächlich eine große Verbesserung gegenüber dem alten Canon-Sensor (der allerdings ja auch nicht gerade im Spitzenmodell mit Vollformat steckte). An der eigentlichen Bildqualität der D600 hatte ich kaum etwas auszusetzen. Bleibt der “Haben wollen!”-Effekt beim Gedanken an die 36 Megapixel der D800.

Brauchte ich 36 Megapixel? Nein, wahrscheinlich nicht. Aber es ist tatsächlich ganz nett sie zu haben und all jene, die behaupten, die D800 sei eine Diva sollten einfach mehr fotografieren. Das Potential der D800 ist einfach größer als das jeder anderen DSLR im Moment. Dass man bei der 100%-Ansicht tatsächlich eher mal kleinere Verwacklungen sieht, ändert nichts daran, dass die Bilder der D800 bei gleicher shot discipline immer mindestens genauso scharf sind wie die Bilder anderer Spiegelreflexkameras. Rechnet man die Bilder der D800 runter auf die Megapixelzahl anderer Kameras kann sie nie schlechter dastehen, bei guter Schusstechnik und kontrolliertem Vorgehen können sie jedoch erheblich besser sein. Da dringt man dann in Bereiche vor, in die andere Kameras schlicht nicht kommen. Hat da jemand “Mittelformat” gerufen?

Tatsächlich hatte ich auch den Eindruck, dass die Farbcharakteristik des D800-Sensors besser ist als die des D600-Sensors. Aber das mag auch Einbildung sein. Meines Erachtens sind die Resultate straight out of camera stimmiger, insbesondere bei Hauttönen.

 

Bedienelemente

Einen separaten AF-On-Button (zusätzlich zu AE-L)  habe ich bei der D600 nicht vermisst… was auch daran gelegen haben mag, dass ich es von der Canon 550D ohnehin nicht gewohnt war. Darüber hinaus macht die Position der Einstellräder bei Nikon meines Erachtens erheblich mehr Sinn als die Position der Räder bei Canon (ymmv). Mir kommt keine Canon mehr ins Haus. Das Arbeiten mit der D600 machte mir Spaß. Dazu gehören lächerliche Kleinigkeiten wie das Auslösegeräusch. Die D600 klang besser als so ziemlich jede andere Kamera, die ich je in der Hand hatte (inkl. D800). Manchmal habe ich die Kamera nur in Hand genommen, um das Geräusch beim Auslösen zu hören (Macht das sonst noch jemand oder bin ich der einzige weirdo?)

Ein in den Foren häufig beschworener Vorteil der D800 ist die 100% Ausschnittvergrößerung auf den Fokuspunkt nach Druck auf die OK-Taste. Ein Fotograf sagte mir mal, dass das der Hauptgrund für seine Entscheidung war, beim Kauf die D800 der D600 vorzuziehen. In der Theorie klang das auch wirklich großartig. In der Praxis… benutze ich die Funktion so gut wie nie. Ich schaue normalerweise nach dem Auslösen gar nicht auf’s Display und seien wir ehrlich:

Wenn ich es nicht eilig habe, kann ich auch vernünftig scharf stellen, ohne dass ich nachher dringend überprüfen muss, ob ich das auch richtig gemacht habe.

Und wenn ich es eilig habe… habe ich eigentlich gar keine Zeit für eine ständige Prüfung.

Mit einer vernünftigen Technik und Gebrauch des AF-Systems liegt die Schärfe doch eigentlich (selbst bei offener Blende) recht zuverlässig richtig… oder?

 

Belichtungsmessung

Die D600 schien mir etwas überzubelichten und war (wahrscheinlich aufgrund ihres einfacheren Belichtungsmessers) nicht ganz so zuverlässig wie die D800. Da ich aber den Großteil der Zeit sowieso in M fotografiere kann ich das gar nicht mit Sicherheit sagen. Beide Kameras liefern in Sachen Belichtung zuverlässig vernünftige Ergebnisse.

 

Autofokus

Portraits mit offener Blende waren mit der D600 nicht unproblematisch, auch wenn meine Trefferquote besser war als noch mit der 550D. Die 39 Autofokusfelder der D600 decken bekannterweise nur einen relativ kleinen Teil des Bildes ab. Eine Scharfstellung ohne Verschwenken war daher manchmal nicht möglich. Verschwenken kann aber bei weit offener Blende zu einer üblen Verschiebung der Schärfeebene führen. Ganz ehrlich: Es hat mich jedes Mal genervt. Ich wusste dies vor dem Kauf, dachte aber nicht, dass es mich tatsächlich so nerven würde. Besser als das vorsintflutliche AF-Modul der Canon 6D dürfte es allemal sein.
Die Abdeckung bei der D800 ist jedenfalls definitiv besser, außerdem erscheint mir der Fokus schneller und zuverlässiger; ein definitiver Aufstieg.

 

X-Sync-Zeit

1/200 ist okay (ein freundliches Hallo an die Canon-User), die 1/250 der D800 sind für meine Bedürfnisse besser. Auch dieser kleine Unterschied hilft, wenn man draußen mit Systemblitz(en) gegen die Sonne ankommen will.

 

Fazit

Die D600 ist eine tolle Kamera. Ich hätte sie nicht gegen eine 5D MkIII getauscht (wg. des Sensors) und man kann mit ihr definitiv tolle Bilder machen. Sind meine Bilder nach Umstieg auf die D800 besser geworden? Sicher nicht, auch wenn man für Kleinigkeiten dankbar ist. Der Punkt ist einfach, dass das Fotografieren an sich mit der D800 mir mehr Spaß macht. Und genau das ist es doch, worum es auch geht. Ich habe das Gefühl “angekommen” zu sein. Mit der D600 hatte ich das nächste Upgrade immer im Blick. Nach einiger Zeit mit der D800 hingegen kann ich mir nicht vorstellen, in den nächsten Jahren irgendeinen Grund für ein Kamera-Upgrade zu finden.

Das spart Nerven und Geld… das man dann in Objektive stecken kann.

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Nikon D800 – Sigma 85mm 1.4

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